„Wie geben wir uns gegenseitig Halt?“
Sich selbst und anderen begegnen – Philosophische WerteDialoge mit Grundschulkindern
/0 Kommentare/in Allgemein, KiPhi Grundschule, Philosophieren als Bildungsprinzip, Wertebildung, WIR-Projektblog, Zukunft im Dialog/von Camie HolstEin Erfahrungsbericht über das Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog – Teil 3
/0 Kommentare/in Allgemein, Fortbildungen, Philosophieren als Bildungsprinzip, Wertebildung, Zukunft im Dialog/von Camie HolstEin Erfahrungsbericht über das Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog – Teil 2
/0 Kommentare/in Allgemein, Werte.Dialog.Integration., Wertebildung/von Camie HolstWas wirklich wichtig ist im Leben – Abschluss des Projekts Werte.Dialog.Integration.
/0 Kommentare/in Allgemein, Interkultureller Kontext, Projekte, Werte.Dialog.Integration., Wertebildung/von Camie HolstZukunft braucht UNS! – Eine Tagung von SchuleWirtschaft Bayern
/0 Kommentare/in Allgemein, Berufsorientierung, Nachhaltigkeit (BNE), Projekte, Wertebildung, WIR-Projektblog, Zukunft im Dialog/von Elisabeth EllenriederAmberg, am 11. und 12. Oktober 2019…
„Zukunft braucht UNS!“…
… unter diesem Motto stand die bayernweite Tagung des Arbeitskreises SchuleWirtschaft, die vergangenes Wochenende in Amberg stattfand. Lehrkräfte, Vertreter*innen der bayrischen Wirtschaft (und Wir) beschäftigten uns mit Fragen rund um die Gestaltung von Bildung und Zukunft:
Was kann heute getan werden, um das Morgen nachhaltig zu gestalten? Wie ticken eigentlich die Generationen X, Y und Z? Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller und vielfältiger entwickelt – was braucht dabei Generation Z, um gute Entscheidungen für ihren Lebensweg treffen zu können? Muss seitens der Arbeitswelt und der Schule ein Umdenken stattfinden, um den Anforderungen gerecht zu werden?
Auch die Akademie war an beiden Tagen der Tagung vertreten – am Freitag gestalteten wir acht Workshops und philosophierten mit den insgesamt 96 Teilnehmenden über Nachhaltigkeit, Verantwortung und Werte. Am Samstag stellten wir uns mit drei verschiedenen Projekten rund um die Workshop-Themen vor. Aber was hat Philosophieren eigentlich mit der Gestaltung unserer Zukunft zu tun?
Philosophieren bedeutet gemeinsam mit Anderen nach Antworten auf Fragen zu suchen, die jeden gleichermaßen betreffen – es bedeutet im Gespräch Gedanken, Standpunkte und Erfahrungen auszutauschen und neue Zusammenhänge zu entdecken. Dadurch können wir unsere Zukunft reflektierter und bewusster gestalten. Und genau das steht auch in drei unserer laufenden Projekte im Mittelpunkt, welche wir den Besucher*innen vorstellten.
Die Philosophische Berufsorientierung begleitet Jugendliche bei der Berufswahl und fragt z.B. was eine gute Entscheidung ausmacht oder wie man mit Konflikten und Enttäuschungen umgeht.
Im Projekt JungeVor!Denker philosophieren wir mit Kindern und Jugendlichen über Themen von Nachhaltigkeit und widmen uns der Frage, wie wir leben wollen.
Das Projekt „Zukunft im Dialog – Werte für ein neues WIR in der Gesellschaft!“ richtet sich an die Aufnahmegesellschaft und hinterfragt, wie diese mit neuen Herausforderungen umgehen kann und wie diese Entwicklungen mit bestehenden Werten in Einklang gebracht werden können.
Zukunft braucht ein Nachdenken und ein Hinterfragen, braucht Raum für Dialog und Raum um hinzuhören.
Zukunft braucht Philosophieren.
Zukunft braucht UNS!
Zukunft im Dialog – Werte für ein neues WIR!
/1 Kommentar/in Allgemein, Projekte, Wertebildung, WIR-Projektblog, Zukunft im Dialog/von Camie HolstDorfgespräch in Amerang
/0 Kommentare/in Interkultureller Kontext, Philosophieren erleben, Projekte, Werte.Dialog.Integration., Wertebildung/von juliaAngenehm. Anders. Amerang. Weil Amerang so angenehm anders ist, waren wir am 26. März zu einem Dorfgespräch dort, um mit den Bewohnern des Ortes über die Werte zu Philosophieren, die für das dörfliche und europaweite Zusammenleben zentral sind. Dieses Zusammentreffen entstand vor dem Hintergrund der Kooperation mit unserem Wertebündnispartner ‚Dorfgespräch!‘, der einen Austauschabend zu dem Thema ‚Europa und ich‘ in Amerang organisiert hatte.
Nachdem sich etwa 40 Bürger im Pfarrsaal der Gemeinde versammelt hatten, begann der Abend mit einem Speeddating, bei welchem unterschiedliche Fragen in Bezug auf Amerang und Europa im Mittelpunkt standen. Dabei waren viele Stimmen zu hören. Es wurde deutlich, dass es den Bürgern von Amerang wichtig ist, dass es in Europa keine Grenzen gibt, dass wir frei sind, das der Frieden wegweisend ist und Vielfalt und Hilfsbereitschaft bedeutsam sind.
Nach diesen ersten, kürzeren Dialogen bekam jeder Einzelne die Aufgabe, sich zu überlegen, welcher Wert für das Zusammenleben der wichtigste sei. Anschließend wurden Gruppen gebildet, um sich über die gefundenen Werte auszutauschen und diese zu hierarchisieren. Mit dem Wert, der auf Platz Nummer Eins gelandet war, versammelten sich die einzelnen Gruppen wieder im großen Sitzkreis und erklärten, wie sie zu ihrem wichtigsten Wert gekommen waren und bildeten auch hier wieder eine Rangordnung. Das Ergebnis waren folgende Werte: Toleranz, Solidarität, Empathie, Wertschätzung und Gleichheit vor dem Gesetz.
Im Anschluss daran gingen wir gemeinsam der Frage nach, was Toleranz eigentlich ausmacht. Dabei stießen wir auf viele weiterführende Fragen: Reicht Toleranz aus oder ist sie zu passiv im Sinne von Dulden? Ist Solidarität für unser Zusammenleben nicht wichtiger, da sie den Fokus mehr auf Aktivität und Eigenverantwortung legt? Ist Toleranz vielleicht immer dann einfach, wenn man von Menschen umgeben ist, die einem ähnlich sind? Sind wir in unseren Vorstellungen von Toleranz immer ehrlich? Handeln wir oft anders, als wir es vorgeben zu tun?
Nach dieser intensiven Runde wurde es wieder praktisch und alltagsbezogen: in kleineren Gruppen wurden Ideen gesammelt, wie die diskutierten Werte bei einer öffentlichen Aktion am 5. Mai im Zentrum Amerangs gelebt werden könnten. Die Überlegungen reichten von Speakers‘ Corner über eine lange Tafel mit Mitgebrachtem, offener Bühne und Europaquiz bis hin zu europäischen Spuren in Amerang und Dorfgeschichten über die Vielfalt Amerangs. Ein Organisationsteam wird nun konkrete Ideen weiter verfolgen. Wer gespannt ist, auf die Umsetzung der Ideen ist herzlich zum nächsten Dorfgespräch am 5. Mai eingeladen, das zwischen 12 und 16 Uhr im Freien hinter der Amerganger Kirche statt.
Abschließend hatte jeder die Möglichkeit ein persönliches Fazit zu äußern. „Im Kries sind wir alle nebeneinander“ „Sich näherkommen und miteinander beschäftigen“ „Toleranz ist Duldsamkeit, das Gegenstück ist Leibe.“ „Manchmal ist es schmerzlich tolerant zu sein.“
Gibt es sie noch, die verbindlichen Werte?
/0 Kommentare/in Demokratiebildung, Fortbildungen, Interkultureller Kontext, Philosophieren erleben, Projekte, Werte.Dialog.Integration., Wertebildung/von Elisabeth EllenriederIn der Akademie für Politische Bildung am Starnberger See haben wir am 23. Februar einen besonderen Nachmittag verbracht: Im Workshop „Bildung für die Demokratie“ haben 16 TeilnehmerInnen mit uns intensiv über die Frage nach den verbindlichen und grundlegenden Werten einer Demokratie, unserer Demokratie, geforscht. Der Kurs fand statt auf Einladung der Akademie für Politische Bildung, die als Partner von Street Philosophy das Rahmenprogramm zur Bildungskonferenz „Beyond Knowledge“ gestaltet hat. Organisiert hatte diese Konferenz das starke Frauen-Duo Julia Kalmund und Nina Schmid im Literaturhaus. Es waren kluge Menschen geladen, wie der Philosoph und Autor Richard David Precht, die Kriegsfotografin Julia Leeb, Astrophysiker Harald Lesch oder Philosophin und Autorin Ariadne von Schirach u.v.m., die über die Themenverkettung „Bild, Bildung, Menschenbildung“ sprachen. Nina Schmid moderierte mit Tiefsinn, poetischer Kraft und offenem Herzen (man kann es einfach nicht anders sagen).
Unser Einstieg in den Workshop-Nachmittag begann denn auch mit Zitaten aus der Konferenz:
„Wir sind beim Lernprozess von der Schallgeschwindigkeit zur Lichtgeschwindigkeit übergegangen.“ – Harald Lesch
„Schule kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme auffangen durch immer neue Angebote!“ – Aga Trnka-Kwiecinski
„Wir brauchen nicht leistungsfähige, sondern beziehungsfähige Kinder. (…) Bildung ist Emotionalität. (…) Wir lernen und erinnern durch Emotionen.“ – Aga Trnka-Kwiecinski
„Bilder verbinden Fakten mit Gefühlen. (…) Bilder haben was mit Bildung zu tun.“ – Julia Leeb
„Der Mensch ist (im Gegensatz zur KI) natürlich, emotional, fiktionsbedürftig, moralfähig. (…) Kreativität bedeutet nicht Problemlösung.“ – Richard David Precht
„Wir sind Wesen, die sich selbst gestalten.“ – Ariadne von Schirach
Welche Fragen wir erarbeitet und über welche Werte wir philosophiert haben, das hat dankenswerterweise Julia Kalmund bereits zusammen gefasst und veröffentlicht: https://street-philosophy.de/bildung-fuer-die-demokratie/ . Aber nicht nur deshalb ist der Blog von Nina Schmid und Julia Kalmund unbedingt lesenswert , es lohnt sich immer wieder, einen Blick hinein zu werfen! Vielen Dank an StreetPhilosophy für die Einladung und den bericht – wir freuen uns auf weitere gemeinsame Aktivitäten!
Der Titel der nächsten Konferenz von Street Philosophy lautet übrigens: „Beyond Ideology“ – wir sind gespannt.
Julia Blum-Linke
Ohne Werte wären wir Maschinen.
/0 Kommentare/in Philosophieren als Bildungsprinzip, Projekte, Wertebildung/von Elisabeth EllenriederDiese Erkenntnis nahm eine Schülerin der 8. Klasse aus den philosophischen Gesprächen rund um das Thema Werte mit. Sie ist eine von rund 170 ausgewählten Schülerinnen und Schülern, die in Bayern zu Wertebotschaftern ausgebildet werden. Die Ausbildung ist Teil der Initiative „Werte machen Schule“ des Kultusministeriums Bayern. Mehrere Partner, darunter auch Lehrkräfte und Medienpädagogen, sind an der einwöchigen Schulung beteiligt. Die ersten Workshops fanden in Niederbayern, Schwaben und Oberfranken statt.
Fast zwei Tage haben wir jeweils mit den jungen Wertebotschaftern verbracht. Wir haben mit ihnen darüber philosophiert, was eigentlich ein Wert ist und welche Werte in ihrem Leben eine Rolle spielen. Egal ob daheim, mit Freunden, in der Schule oder in der Gesellschaft. Und natürlich ging es auch um die Frage: Was ist mir persönlich wirklich wichtig? Und auf welcher Wertebasis treffe ich meine Entscheidungen? In einem Workshop erprobten die Schülerinnen und Schüler dann ihre demokratischen Kompetenzen. Die Aufgabe: Einen Konsens finden und sich auf gemeinsame Werte einigen. Gar nicht so einfach. Festgehalten wurden die Ideen und Erkenntnisse der Jugendlichen in Fotografien und in der Vision einer „Idealen Schule der Werte“. Für die Jugendlichen war dieser Teil der Ausbildung ein wichtiger Baustein auf ihrem Weg zum Wertebotschafter. Ihre Erkenntnisse haben die Jugendlichen für sich und andere festgehalten:
„Man kann die Persönlichkeit erst richtig entfalten, wenn man Menschen hat, die einem zuhören.“
„Werte sind wie ein Netz, das uns zusammenhält und uns Zusammenarbeit ermöglicht.“
„Wenn wir keine Werte hätten, wären wir Maschinen, aber keine Menschen. Wir würden nur funktionieren. Werte machen uns menschlich!“
„Wir brocken uns das ja selbst ein, dass wir beeinflusst werden von Social Media und Menschen, die gar nicht so sind, wie sie sich darstellen.“
„Werte können sich verändern, es muss nicht immer alles gleich bleiben – das habe ich für mich erkannt.“
Die Ausbildung zum*zur Wertebotschafter*in
Über die Ausbildung zum Wertebotschafter sollen die Jugendlichen Basiskompetenzen zu Wertebildung, Kommunikationsfähigkeit und Teamführung erwerben. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem digitalen Wandel, Extremismus, Gewalt und Fake News wird den Schülerinnen und Schülern ein starker ethischer Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitgegeben. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen aktiv für ein Miteinander in der Gesellschaft engagieren, das von Respekt und Zivilcourage geprägt ist. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sollen sie anschließend an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben.
Die nächsten Wertebotschafter-Wochen finden im Schuljahr 2019/2020 in Oberbayern, Unterfranken, Mittelfranken und in der Oberpfalz statt.
Foto links und Beitragsbild: Andreas Gebert
Kontakt
gfi gGmbH
Akademie für Philosophische Bildung
und WerteDialog
Baierbrunner Straße 27
81379 München
Tel.: 089-44108 520
Fax.: 089-44108 525
E-Mail: akademie@philosophische-bildung.de

Social Media
Qualitätsmanagement



















