Demokratiewerkstatt „Virus vs. Demokratie“ – Was macht Corona mit jungen Menschen und unserer Gesellschaft?

Kinder legen beide oder eine ihrer Hände flach auf ein buntes Plakat

Sich selbst und anderen begegnen – Philosophische WerteDialoge mit Grundschulkindern

Frau wirft den Gesprächsball "Wuschel" in die Luft

Ein Erfahrungsbericht über das Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog – Teil 3

Vier Personen auf Bühne mit Urkunden posierend

Erste „Philosophierende Grundschule“ in Schuttertal / Baden-Württemberg zertifiziert

Schüler Johannes Ebner hält eine rede mit Mikrofon

Ohne Werte wären wir Maschinen.

Diese Erkenntnis nahm eine Schülerin der 8. Klasse aus den philosophischen Gesprächen rund um das Thema Werte mit. Sie ist eine von rund 170 ausgewählten Schülerinnen und Schülern, die in Bayern zu Wertebotschaftern ausgebildet werden. Die Ausbildung ist Teil der Initiative „Werte machen Schule“ des Kultusministeriums Bayern. Mehrere Partner, darunter auch Lehrkräfte und Medienpädagogen, sind an der einwöchigen Schulung beteiligt. Die ersten Workshops fanden in Niederbayern, Schwaben und Oberfranken statt.

Fast zwei Tage haben wir jeweils mit den jungen Wertebotschaftern verbracht. Wir haben mit ihnen darüber philosophiert, was eigentlich ein Wert ist und welche Werte in ihrem Leben eine Rolle spielen. Egal ob daheim, mit Freunden, in der Schule oder in der Gesellschaft. Und natürlich ging es auch um die Frage: Was ist mir persönlich wirklich wichtig? Und auf welcher Wertebasis treffe ich meine Entscheidungen? In einem Workshop erprobten die Schülerinnen und Schüler dann ihre demokratischen Kompetenzen. Die Aufgabe: Einen Konsens finden und sich auf gemeinsame Werte einigen. Gar nicht so einfach. Festgehalten wurden die Ideen und Erkenntnisse der Jugendlichen in Fotografien und in der Vision einer „Idealen Schule der Werte“. Für die Jugendlichen war dieser Teil der Ausbildung ein wichtiger Baustein auf ihrem Weg zum Wertebotschafter. Ihre Erkenntnisse haben die Jugendlichen für sich und andere festgehalten:

„Man kann die Persönlichkeit erst richtig entfalten, wenn man Menschen hat, die einem zuhören.“

„Werte sind wie ein Netz, das uns zusammenhält und uns Zusammenarbeit ermöglicht.“

„Wenn wir keine Werte hätten, wären wir Maschinen, aber keine Menschen. Wir würden nur funktionieren. Werte machen uns menschlich!“

„Wir brocken uns das ja selbst ein, dass wir beeinflusst werden von Social Media und Menschen, die gar nicht so sind, wie sie sich darstellen.“

„Werte können sich verändern, es muss nicht immer alles gleich bleiben – das habe ich für mich erkannt.“

Die Ausbildung zum*zur Wertebotschafter*in

Über die Ausbildung zum Wertebotschafter sollen die Jugendlichen Basiskompetenzen zu Wertebildung, Kommunikationsfähigkeit und Teamführung erwerben. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem digitalen Wandel, Extremismus, Gewalt und Fake News wird den Schülerinnen und Schülern ein starker ethischer Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitgegeben. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen aktiv für ein Miteinander in der Gesellschaft engagieren, das von Respekt und Zivilcourage geprägt ist. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sollen sie anschließend an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weitergeben.

Die nächsten Wertebotschafter-Wochen finden im Schuljahr 2019/2020 in Oberbayern, Unterfranken, Mittelfranken und in der Oberpfalz statt.

Foto links und Beitragsbild: Andreas Gebert

Sitzkreis auf einer Terasse

Das Bildungsfestival in Essen

Am 30. Juni fand in Essen das Bildungsfestival statt – und wir waren mit dabei!

Vormittags veranstalten wir einen Workshop zum Thema Diversität: Gemeinsam gingen wir dem Phänomen „Vorurteil“ auf den Grund. Vorurteile sind allgegenwärtig – entweder sie werden einem entgegengebracht, oder man hat sie selber. In unserem philosophischen Gespräch widmeten wir uns den schlechten UND den guten Aspekten. Ohne Vorurteile – so Evolutionsbiologen- hätte die Menschheit nicht überlebt, denn sie ermöglichen eine rasche Einschätzung der Umgebung. Brauchen wir also Vorurteile? Die Schüler erkannten schnell, dass der reflektiere Umgang mit Vorurteilen das ist, worauf es ankommt, um ein Miteinander in einer diversen Gesellschaft zu gewährleisten.
Nachmittags vertraten wir einen Festivalstand zum Thema Nachhaltigkeit und betrachteten den Weg der Banane. Die beliebteste tropische Frucht legt einen weiten Weg zurück und viele verdienen an ihr. Doch diejenigen, die am härtesten und unter den schlechtesten Bedingungen arbeiten, erhalten gerade mal 4 %! Doch nicht nur die Arbeiter leiden unter der Bananenproduktion. Auch die Umwelt ist betroffen: Intensive Anbaumethoden verursachen schwere Umweltschäden und Plantagenbesitzer geben mehr Geld für Agrarchemikalien aus als für ihre Arbeiter, wobei 85% der per Flugzeug gesprühten Chemikalien nicht mal auf der Plantage landen.
Gemeinsamen erarbeiteten wir Wege und Möglichkeiten, um dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken.
Ein toller und anregender Tag im Unperfekthaus!
Kind und Vater machen Fußspuren in Sand

Wenn Unternehmensberater philosophieren…

… kann es passieren, dass aus ein paar Gesprächsrunden eine richtige Partnerschaft wächst. So geschehen in München 2012: Obwohl Zeit ein kostbares Gut im Unternehmen ist, setzen sich Vorstand und Mitarbeiter zusammen, um sich Gedanken über Verantwortung zu machen – und um zu sehen, ob der philosophische Ansatz zur Unternehmenskultur passt. Er passt und die 4C GROUP, die sich Werte eben nicht nur in den Namen geschrieben hat, lässt ihre jungen Beraterinnen und Berater schulen. Philosophische Gesprächsführung, logisches Denken, Argumentation und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit Werten und Fragen, die das eigene Leben betreffen, stehen auf dem Programm.

Workshop_51               Fiz_Strolche-30

Du möchtest das Philosophieren in Deine Einrichtung bringen?
Bewerbe Dich jetzt

Was für das eigene Unternehmen als wertvoll erkannt wurde, soll schließlich auch Kindern zugute kommen: Sie sollen Zeit, Inspiration und Raum erhalten, ihre Gedanken fliegen zu lassen und ihre eigene Identität zu entwickeln. Über die hauseigene 4C FOOTSTEPS Stiftung werden daher seit 2013 Kindertagesstätten darin unterstützt, philosophische Gespräche in ihre Einrichtung zu bringen. Die Stiftung finanziert den Einrichtungen – zunächst in München, dann auch in Berlin und Frankfurt – eine komplette Zusatzausbildung „Philosophische Gesprächsführung mit Kindern“ für alle Mitarbeiter. Außerdem können die Einrichtungen bei der Umsetzung auch auf das persönliche Engagement der Mitarbeiter der 4C Group zählen, wo dieses gefragt ist. Über 60 Erzieherinnen und Erzieher in München, Frankfurt und Berlin haben die Ausbildung seitdem abgeschlossen. Zwei neue Reihen in Frankfurt und Berlin sind bereits angelaufen.

In München haben Einrichtungen noch die Chance sich zu bewerben. Alle Infos zur Bewerbung als Projektstandort findest Du hier.

 

 

Geschenkesäckchen hängen herunter

Akademie goes Mittagsbetreuung

Heute stellen wir ein weiteres Arbeitsfeld der Akademie vor:

Die Akademie – Trägerin der Mittagsbetreuung

Seit September 2014 ist die Akademie Kinder philosophieren Träger der Mittagsbetreuung in der Grundschule an der Hanselmannstraße in München. Hier werden Kinder aus den Jahrgangsstufen 1 – 4 nach der Schule betreut.

Unsere Kollegin Ella Stohrer arbeitet dort und erzählt:
„In diesem Schuljahr haben wir wieder drei Gruppen mit insgesamt 40 Kindern gebildet. Nach dem Unterrichtschluss kommen die Kinder in ihre Gruppen. Hier können sie spielen, malen, basteln, lesen, sich Musik und Hörspiele anhören, Hausaufgaben machen und auch philosophieren! Gemeinsam philosophieren wir mit unseren Kindern über Themen wie den Mut und die Gerechtigkeit, über die Freundschaft und Liebe, darüber, was es bedeutet, anders zu sein und, ob wir wirklich Grenzen in unserem Leben brauchen. Wir führen zum einen gezielt philosophische Gespräche in einem ruhigen Raum zu Themen, welche die Kinder im Vorfeld vorgeschlagen haben. Andererseits entstehen oft Themen aus alltäglichen Situationen, mit denen die Kinder in der Schule und zu Hause konfrontiert werden. Die Kinder zeigen großes Interesse an den philosophischen Gesprächen. Sie freuen sich, wenn sie ihre Meinung äußern können und ihnen dabei aufmerksam zugehört wird.“

Zur Zeit feiern die Kinder Weihnachten in ihren Gruppen und begrüßen ihre Eltern mit einem kleinen Weihnachtskonzert oder inszenieren ein Märchen als kleines Theaterstück.

Schulen, die einen Träger für ihre Mittagsbetreuung suchen, können sich gerne telefonisch oder per Email an uns wenden.

img-20161214-wa0000