Weiterbildungen für Absolvent*innen der Zusatzausbildung
„Vertiefendes Weiterfragen“ am 27. und 28. Oktober 2028
Das Aufbaumodul „Vertiefendes Weiterfragen“ richtet sich an diejenigen, die das Gespräch mit Techniken des Weiterfragens in die Tiefe führen möchten. Diese werden nicht nur gemeinsam erarbeitet, im Mittelpunkt steht vor allem die Anwendung dieser Techniken. So erhältst Du Sicherheit bezüglich der Frage: An welcher Stelle kann ich wie vertiefend nachfragen?
Außerdem beleuchten wir Klassiker*innen unter den philosophischen Methoden bezüglich verschiedener Themen wie Identität, Glück, Wahrheit.
„Wie denken Philosophen“ am 11. und 12. Dezember 2018
Kann ich mir wirklich sicher sein, dass sich in diesem Raum kein Nashorn befindet, nur weil ich keines sehe? Das Aufbaumodul „Wie denken Philosophen“ behandelt verschiedene klassische Texte der Philosophie, die sich bestimmter Methoden bedienen: Was hat es mit Wittgensteins Nashorn auf sich? Wie sucht Heidegger, wie Platon nach dem Wesen der Dinge – und was können wir daraus für unsere eigene Moderation lernen? Was bedeutet “Hinterfragen” am Beispiel des Descartes’schen Zweifels?
Mit einigen Denkarten werden wir uns anhand der Originaltexte näher beschäftigen. Andere werden wir vorstellen, um die grundlegende Methodik und ihre Anwendungsmöglichkeiten im philosophischen Gespräch zu besprechen. Dabei spielen auch ganz konkrete Beispiele des philosophischen Denkens und Hinterfragens eine Rolle. Diese können im philosophischen Gespräch ebenfalls Anwendung finden.
Teilnahmevoraussetzung: Zusatzausbildung der Akademie oder mehrjährige Praxiserfahrung im Philosophieren mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen
https://www.philosophische-bildung.de/wp-content/uploads/2015/08/steinerne-Treppe.jpg714567juliajulia2018-04-23 11:50:362025-12-23 12:31:25Die neuen Aufbaumodule der Akademie
Am 29.03.2018 besuchten wir, Petra und Aylin aus der Akademie, die Ferienbetreuung der Grundschule an der Plinganserstraße in München. Mit im Gepäck ein großes Brownpaper, ein Buch und nicht zu vergessen: der Gesprächswuschel!
Um den Raum vorzubereiten, treffen wir schon vor den Kindern ein. In unserer philosophischen Einheit setzen wir uns dann in einem Stuhlkreis zusammen. Die Kreismitte dekorieren wir passend zum Thema der Woche „Ich bin unterwegs“.
Damit sich die Runde auf ein Gespräch einstimmen kann, beginnen wir den Tag, indem sich jeder mit seinem Namen vorstellt. Außerdem fragen wir nach, ob die Kinder auch wissen, wieso ihre Eltern ihnen diesen Namen gegeben haben oder was ihr Name bedeutet.
„Wir werden heute philosophieren, weiß denn jemand, was das ist?“
Auf diese Frage wissen die Kinder – noch – keine Antwort. Es ihnen aber nur zu erklären wäre viel zu einfach – sie sollen es selber herausfinden! Wir erzählen den Kindern, dass irgendwo im Raum ein Gegenstand versteckt ist, wie dieser aussieht und dass sie ihn finden sollen. Die Kinder brechen auf und suchen überall – bis sie auf unser mitgebrachtes Buch stoßen.
Das ist Philosophieren:
… eine Suche. Man schaut genauer hin und sucht an Stellen, an denen man sonst nicht nachsehen würde.
Bevor das Philosophieren losgehen kann, werden noch kurz die Regeln eines philosophischen Gespräches erläutert, die die Kinder unterschreiben. Eine besonders wichtige Regel dabei ist, dass es keine richtige oder falsche Antwort gibt und, dass niemand für seine Meinung beurteilt oder gar ausgelacht wird. Nur derjenige mit dem Wuschel redet. Die anderen hören zu, ohne zu unterbrechen.
Die Ohren werden massiert und „gespitzt“, damit die Kinder besser zuhören können. Denn der Einstieg in das Gespräch erfolgt durch das Buch „Oh, wie schön ist Panama“. Es handelt von zwei Freunden, die sich auf den Weg in das Land ihrer Träume Panama begeben.
Unterwegs sein – was heißt das?
Auch die Kinder der Ferienbetreuung waren, wie Bär und Tiger aus der Geschichte, an jedem Tag der Woche unterwegs und wir wollen wissen, wo sie überall waren. Die Woche wird reflektiert und wir sprechen über verschiedene Aspekte, rund um das Thema „Unterwegs sein“. Wir wollen wissen, wie es sich anfühlt, unterwegs zu sein, worauf man achten muss, woher man weiß, wo es hingeht und wen oder was man dabei hat. Auf die Frage „Was heißt unterwegs sein“ werden zahlreiche Antworten genannt– jeder versteht etwas anderes darunter. Auf die Frage hin „Was ist das Gegenteil?“, verstummen die Kinder. Aber auch darauf finden sie eine Antwort: „Zu Hause auf der Couch liegen und faul sein!“
Um die Ergebnisse der philosophischen Runde festzuhalten, gehen wir nach nebenan und gestalten eine Gedankenkarte. Wir legen das große Brownpaper sowie zahlreiche Kataloge aus. Aus den Katalogen dürfen die Kinder alles ausschneiden, um so die Antworten auf die zuvor besprochenen Fragen visuell festzuhalten. (Nicht nur) die Kinder haben großen Spaß dabei, die große Collage anzufertigen!
Nach der Mittagspause gehen wir wieder in unsere philosophische Höhle. Um die Kinder erneut für das Philosophieren zu sensibilisieren, macheen wir ein Wahrnehmungsspiel. Hierfür geben wir eine Tüte mit Popcorn herum und jeder darf sich ein Popcorn nehmen. Anschließend betrachtet jeder sein Popcorn, die Farbe, die Ausprägung, wie es riecht und wie es sich anhört, wenn man das Popcorn ans Ohr hält und darauf rumdrückt. Sofort kehrt Ruhe ein. Die Kinder haben sichtlich Spaß dabei, einem Gegenstand, der sonst ohne Umschweife im Mund landet, besondere Aufmerksamkeit entgegenzubringen.
Die Geschichte von Bär und Tiger wird fortgesetzt und zu Ende gelesen. Ausgehend von der Pointe der Geschichte sprechen wir nicht mehr über das „Unterwegs sein“ an sich, sondern die Bedeutung dahinter und was den Kindern das „Allerwichtigste“ ist.
Die Familie heben die Kinder dabei besonders hervor. Das ZUSAMMENsein ist wichtig, „wichtiger als essen und trinken!“ Und wenn es regnet und man lieber daheim bleibt ist das auch schön, Hauptsache die Familie ist zusammen. „Auch wenn mich Papa manchmal sauer macht, ist er ganz tief hier drinnen“, sagt Pauline und deutet auf ihr Herz.
Den Ausstieg aus dem philosophischen Gespräch gestalten wir anhand von Bildern. Auf diesen sind verschiedene Orte abgebildet: „An welchen Ort würdet ihr reisen?“ Interessante Orte mit interessanten Begründungen werden genannt. Ein perfekter Abschluss für unseren philosophischen Tag in der Ferienbetreuung.
https://www.philosophische-bildung.de/wp-content/uploads/2018/04/IMG_6692.jpg640480juliajulia2018-04-16 11:37:412025-09-30 15:14:27Philosophieren in der Ferienbetreuung: „Unterwegs sein“
Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung,
eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit. Baruch de Spinoza (1632 – 1677), eigentlich Benedictus d’Espinoza, holländischer Philosoph (Baruch = Schüler des Propheten Jeremias)
Bewahre zuerst Frieden und Ordnung in dir selber,
dann magst du auch Frieden und Ordnung in andern herstellen. Thomas von Kempen (1379/80 – 1471)
Was ist Friede? Und wie bekommen wir ihn?
Die Teilnehmer*innen unseres philosophisches Café „Gedankenschmiede“ im HEi München wollten sich diesen Fragen stellen.
Friede bedeutet Harmonie, Friede ist kein Zustand sondern ist dynamisch und kann einen Weg bedeuten, auf dem der einzelne Mensch voran geht. Weiter bedeutet Friede nicht Gleichheit oder die gleiche Aufteilung von Ressourcen, sondern vielmehr die gleichwertige Berücksichtigung von Bedürfnissen. Soweit zu den Elementen die eine Definition des Wortes Frieden nach Meinung der PhilosophInnen des Abends enthalten sollte. Das der Frieden nicht entscheidend von der Menge des eigenen Besitzes abhängt, darin war sich die Gruppe ebenfalls einig. Doch wie viele Personen braucht es für den Frieden?
Und kann überhaupt Frieden in einer Gesellschaft oder zwischen Staaten herrschen, wenn die Bedürfnisse ihrer einzelnen Mitglieder nicht be-friedigt sind? Ein Teilnehmer merkte an, dass große gesellschaftliche Fortschritte des Menschen nicht durch Frieden entstanden sind, sondern durch das Aufstehen und Chaos stiften gegen alte vermeintlich ordnende und friedengebende Strukturen. Also ist Frieden doch nicht das höchste Gut?
Frieden kann nur dort gelingen, wo es keine Gier gibt. Die alten Sprichwörter „Der Klügere gibt nach“, oder nachgeben um des lieben Friedens willen, kommen dabei nicht von ungefähr.
Doch kann man Frieden haben, wenn ein anderer aktiv das Gegenteil möchte?
Zum Schluss fragte die Gesprächsleitung wie es eigentlich mit dem inneren Frieden aussähe. Dabei wurden den Teilnehmer*innen zwei Dinge wichtig. Der Vergleich mit anderen führt zu Unfrieden, weil der Mensch dazu neigt aufzuschauen, zu dem was er nicht hat, anstatt dem Beachtung zu schenken, worüber er bereits verfügt. Demut, Dankbarkeit und Liebe für den anderen sind Eigenschaften die hier mehr Beachtung finden müssen. Des Weiteren kann der Mensch mit bestimmten Eigenschaften seiner selbst im Unfrieden sein, doch durch das Akzeptieren und das Anerkennen dieser, trotz allem inneren Frieden haben.
Nicht auf alle gestellten Fragen konnte an diesem Abend eine Antwort gefunden werden. Aber das Einzigartige an der Philosophie ist eben auch, dass es auf manche Fragen keine letztgültige Antwort gibt. So müssen wir nicht dem folgen, was große Philosophen gesagt haben, sondern sind frei selbst zu philosophieren und unsere eigenen Antworten zu finden.
Das nächste Treffen in unserer Gedankenschmiede steht auch schon fest. Am 14. Mai 2018 ab 19:00 Uhr. Jede*r der*die Lust hat, über die großen Fragen nachzudenken und das gemeinsam mit anderen zu tun, ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Weitere Termine (jeweils ab 19 Uhr):
11. Juni 2018
9. Juli 2018
13. August 2018
10. September 2018
https://www.philosophische-bildung.de/wp-content/uploads/2016/05/Wegweiser.jpg12001800Elisabeth EllenriederElisabeth Ellenrieder2018-04-10 11:59:292025-09-19 18:26:08Philosophieren in der Gedankenschmiede