Beiträge

Friedensfest Augsburg
“Wie geben wir uns gegenseitig Halt?”

Bündnis und Gemeinschaft – ein Wertedialog zum Jubiläum des Wertebündnis Bayern

2020 ist eigentlich ein Jubeljahr für Stiftung und Wertebündnis Bayern – das eine wurde vor 10 Jahren ins Leben gerufen, die andere vor fünf Jahren gegründet. Feiern lässt sich unter den gegebenen Umständen nicht wirklich ausgelassen. Der Wertedialog/Zukunft nutzte den Geburtstag zum Anlass für eine Innenschau: Wie wird aus einem Bündnis eine Gemeinschaft, die für etwas (ein)steht?

Dahinter verbergen sich andere Fragen, die wir uns als Bündnis immer wieder stellen müssen: Was macht uns zu einem Bündnis? Ziehen wir an einem Strang? Wie wirken wir als Bündnis, was bewirken wir in unserem Land? Folgen wir dabei unseren eigenen Grundsätzen? Was wollten wir (ver)ändern – und gelingt uns das? Um mit Ghandi zu fragen: Sind wir der Wandel, den wir in der Welt sehen wollen?

Alle Partner*innen des Wertebündnis werden dreimal im Jahr zu den Wertedialogen dieses Projekts und damit zur lebendigen Gestaltung der Bündnisarbeit eingeladen. Moderiert werden die Gespräche von der Akademie für Philosophische Bildung, diesmal führte Sandra Abele, freiberufliche Trainerin und Coach im Jugend- und Erwachsenenbildungsbereich sowie Referentin der Akademie, durch den virtuellen Abend.

Das Gespräch streifte folgende Fragestellungen:

Was ist der Kern des Wertebündnis?
 Was ist der Kern des WIR-Gefühls?
 Was verbindet mich/meine Institution mit den anderen Partnern? 
Wer ist “der Wertebündnispartner”? Das engagierte Individuum oder die dahinter stehende Organisation? Muss ich mich persönlich mit den Werten des WB identifizieren? 
Wie kann, wie muss, wie soll sich das Engagement der Partner*innen gestalten? 
Welche Strukturen helfen dem Einzelnen, an der Bündnis-Arbeit Interessierten, seine INSTITUTION als Partner im Bündnis zu stärken? 
Was ist der Bedarf? Was wäre ein Anlass, um im Bündnis aktiv zu werden?

Sind wir eine “Wertegemeinschaft”?

Was ist in der Wirkung nach außen attraktiv an der Form des Bündnisses, was an der Gemeinschaft?

Wie kann noch besser gefördert werden, dass einzelne Bündnispartner*innen zusammen arbeiten, eventuell dann aber als “kleinere Gemeinschaft in der großen” erscheinen?
 
Sollte das gefördert werden? Oder lieber verschiedene gemeinsame Anliegen formulieren?

Was wollen wir als Bündnis gemeinsam schaffen?
 
Ab wann kann man wirksam sein?
 Wie könnte das Bündnis öffentlichkeits-wirksamer werden?
 Sind vielfältige Angebote wichtig, um mehr (unterschiedliche) Partner*innen zu erreichen?

Auf dem Weg zu den Antworten auf diese Fragen sammelten die Teilnehmer*innen viele grundlegende Gedanken dazu, was ein Bündnis zu einem Bündnis macht und ab wann wir von einer Gemeinschaft sprechen. Die Erkenntnisse des Abends werden nun zurück in die Arbeit der Stiftung und der am Gespräch beteiligten Partnerinstitutionen fließen – und dort in der ein oder anderen Weise wirksam werden.

Der nächste WerteDialog/Zukunft findet nach den Sommerferien statt. Immer wieder laden wir auch interessante Persönlichkeiten, die in Bayern leben und wirken, ein, daran teilzunehmen und ihre Perspektive zum jeweiligen Thema ins Bündnis zu tragen. Die Wertebündnispartner*innen sind herzlich eingeladen, ihre Anregungen oder Vorschläge für Impulsgeber*innen an stiftung@wertebuendnis-bayern.de zu schicken.

 

Start der neuen Fortbildung: “Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog”

Ein Erfahrungsbericht über das Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog – Teil 3

Neue Reihe mit der Stiftung Weltethos

Im Juli startet unsere staatlich geförderte Zusatzausbildung “Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog”. Für diese neue Werte-Reihe haben wir uns mit der Stiftung Weltethos zusammengetan und eine Ausbildung entwickelt für alle, die im interkulturellen Kontext arbeiten. Die zentralen Fragen haben wir gemeinsam mit der Stiftung noch einmal genauer angeschaut: Woher kommen unsere Werte? Was eint und was trennt Menschen? Unter welchen Bedingungen entwickeln sich Freiräume in Gemeinschaften? In den vier Modulen geht es aber nicht nur um gesellschaftliche Wertesysteme. Vor allem wird uns die Frage beschäftigen: Was ist für mich wichtig und wertvoll? Und: Was setze ich tatsächlich um, wovon rede und träume ich nur?

Die Zusatzausbildung startet

Gefördert wird die Reihe vom Bayerischen Ministerium des Innern, für Sport und Integration sowie von der Stiftung Wertebündnis Bayern. Hier finden Sie alle Daten und Informationen in der Übersicht.

Werte.Dialog.Integration – ein Blick hinter die Kulissen

Wie kommt man in den Dialog mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und wie fördert man das Verständnis füreinander? Bereits im dritten Jahr gehen wir mit dem Projekt Werte.Dialog.Integration dieser Frage nach. Im Laufe des Projekts haben wir schon mit ganz unterschiedlichen Menschen über Heimat, Leben, Werte philosophiert.

Ein paar Beispiele: die Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben?“ beginnt bei der Betrachtung der eigenen Werte. Sie eröffnet aber ein Feld, das sich zwischen Familie, Mut, Vertrauen, Freiheit, Geld, Arbeit aufspannt. „Was ist ein Wert? Und sind Werte verhandelbar?“ lässt eine Überprüfung des eigenen Standpunkts zu: Wovon spreche ich, wenn ich von Werten rede? Verstehe ich, was mein Gegenüber meint? Bezogen auf die Zukunft stellt sich die Frage „Wie will ich, wie wollen wir leben?“ als große Herausforderung dar: Finden wir eine gemeinsame Richtung – einen „Kanon der Werte“ – der mit uns wächst und an dem wir uns orientieren können? Und worum lohnt es sich, zu ringen?

Die Zusatzausbildung “Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog” greift diese Erfahrungen auf und beantwortet die Frage: Wie moderiere ich ein philosophisches Gespräch, in dem sich unterschiedliche Wertesysteme begegnen?  Das Besondere an den WerteDialogen: Auch wenn vehement argumentiert wird, geht es weniger um die Verteidigung einer Ansicht, als um das Verstehen. Die Sicht geht weg vom Ich und eröffnet Raum für die Frage: Wie genau und warum denkt und fühlt der andere so? Der WerteDialog ist ein Ort der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Generationen oder mit entgegengesetzten Standpunkten. Als Kulturtechnik greift er daher überall dort, wo Menschen ernsthaft um ein Miteinander ringen.

 

New Work, Stress und die Frage: Was tue ich hier eigentlich!?

Der erste WerteDialog.Zukunft hat über 25 Menschen aus dem Wertebündnis-Kontext und darüber hinaus zu einem gemeinsamen philosophischen Abend zusammengeführt. Thema des ersten WerteDialog.Zukunft: „New Work und Stressmanagement“. Den Impuls für den gemeinsamen WerteDialog gab Silke Wolf mit ihrem Kurzvortrag „Ménage-à-trois: Wie der Bestseller ‚Eine kurze Geschichte der Menschheit‘, New Work und Agilität zueinander stehen“. Wolf, die Mathematik studiert und viele Jahre als IT-Consultant tätig war, arbeitet heute als Coach und Beraterin u.a. für Menschen, die sich nach Burnout-Phasen neu orientieren.

Sinnsuche gegen Burnout

Kern des Vortrags war die Vorstellung des NLP-Modells, also der hierarchisch gegliederten Denk-Ebenen nach Robert Dilts, die sich wechselseitig beeinflussen, bspw.: Umwelt, Verhalten, Fähigkeiten, Identität, Zugehörigkeit, Spiritualität (die Frage nach dem Sinn). In Bezug auf die in der Welt der New Work geforderte stete Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit (“agility”) und die damit einhergehende Überforderung vieler Menschen, schlug Wolf vor, Dilts’ Pyramide umzudrehen: Die erste Frage, die man stellen sollte, sei die Frage nach dem Sinn! Sie erklärte, dass Menschen, die in einen Burnout geraten, nicht selten zuletzt über den Sinn ihrer Arbeit nachdenken. Irgendwann aber käme die Frage auf: „Was tue ich hier eigentlich?!“ – eine Tatsache, die das innere Ausbrennen befeuern und zum persönlichen Zusammenbruch führen könne. Insbesondere dann, wenn es um Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt gehe und „agility“ gefordert sei, sei es hilfreich, beim Sinn zu beginnen. Erst dann solle man z.B. nach den persönlichen Fähigkeiten oder dem Arbeitswelt-Kontext fragen. Anstelle eines reaktiven Verhaltens sei in Zeiten der Veränderung also ein proaktives Agieren gefragt. Dazu gehörten „Veränderungskompetenzen“, die u.a. die Bereitschaft zur Mitgestaltung und die Lust am Umdenken voraussetzen. In diesem Zusammenhang fiel der Begriff eines „agilen”, also beweglichen und veränderbaren, Wertesystems. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern provozierte dieser Begriff die Frage, ob denn ein solches erstrebenswert sei. Dieser Fragestellung wurde im philosophischen Wertedialog nachgegangen.

Ist ein “agiles” Wertesystem erstrebenswert?

Das Wort “agil” stammt aus der Programmier-Welt. Es beschreibt die Anpassungsfähigkeit von Systemen, die deren Überleben sichert. Im normalen Sprachgebrauch beschreibt es jemanden, der trotz hohen Alters noch beweglich ist. Aber: Gibt es ein agiles Wertesystem? Oder ist das ein Widerspruch in sich? Und wenn ja, ist dieses wirklich erstrebenswert?

Weitere Fragestellungen, die aus dem Publikum in Reaktion auf Wolfs Impulsvortrag kamen:

Inwieweit sind Menschen selbstbestimmt?

Wieso machen Veränderungen Angst?

Brauchen wir für agiles Handeln nicht eine andere Fehlerkultur?

Ist der Mensch ein Algorithmus?

Muss ich mich ändern oder bin ich ok und die Umwelt muss sich ändern?

Was machen wir, wenn es nichts mehr zu optimieren gibt?

Der Abend fand einen bewegten Ausklang am Buffett. An den vielen Gesprächen, die sich hier entspannen, war zu spüren, dass das Thema und der Vortrag von Silke Wolf viel Stoff zum Austausch bot.

 

Der nächste WerteDialog.Zukunft findet nach den Sommerferien statt. Die Wertebündnispartner sind eingeladen, ihre Anregungen oder Vorschläge für Impulsgeber (möglichst bis Ende Juni) an stiftung@wertebuendnis-bayern.de zu schicken.

Die nächste Zusatzausbildung “Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog” startet am 11. und 12. Juli in Bamberg.

 

Autorin des Beitrags: Diana Schick

Was hinter Flyern steckt – Mein Praktikum bei der Akademie

Öffnet man den Flyer des Werte.Dialog.Integration Projekts der Akademie für philosophische Bildung und Werte Dialog, erfährt man sogleich, dass „die Akademie spezielle Formate des philosophischen Dialogs für verschiedene Zielgruppen als fruchtbare Möglichkeit der Auseinandersetzung über verschiedene und gemeinsame Wertvorstellungen – und über gängige Grenzen im Kopf hinweg“ entwickelt. Aber wie genau kann man sich diese fruchtbare Möglichkeit der Auseinandersetzung vorstellen? Flyer müssen gut ausschauen und vielversprechend klingen, aber was steckt dahinter?

Ich hatte die Gelegenheit einen Blick hinter die Worte des Flyers zu werfen und die Arbeitswelt der PhilosophenInnen mitzuerleben. Als Praktikantin durfte ich unter anderem Julia Blum-Linke bei einem Auftrag des bfz Augsburg unterstützen. Sie wurde gebeten für zwei der dortigen Berufsintegrationsklassen einen dreiteiligen Workshop zu gestalten, der zum einen der Wertebildung dient und zum anderen den Schülern hilft sich selbst besser kennenzulernen. Nach einigem Brainstorming und vielen verworfenen Ideen stand schließlich das Konzept: 1) Was ist wirklich wichtig im Leben? 2) Wer bin ich? Wer will ich sein? 3) Wie treffe ich wichtige Entscheidungen? Die Workshops wurden jeweils in den Klassen durchgeführt und ich hatte die Möglichkeit an einem der ersten Workshops und bei beiden Durchführungen des zweiten Workshops teilzunehmen und mitzuwirken.

 

Wofür brauchen wir den Wertedialog?

„Es muss einen tiefergehenden Dialog […] geben, über das was eine Gemeinschaft trägt, was sie zusammenhält und wohin sie sich bewegen will.“ Um das herauszufinden, muss ich als Teil der Gesellschaft wissen, wer ich bin, was mir wichtig ist und wohin ich will. Im ersten Workshop konnten die Schüler sich überlegen, was ihnen wirklich wichtig ist. Jeder sollte eine Sache für sich finden und bei einem anschließenden Austausch in einer kleinen Gruppe, sollte eine Wertehierarchie aufgestellt werden – Was ist uns am wichtigsten?

Zurück in der ganzen Gruppe zeichnete sich folgendes Bild: Mehrere Gruppen waren zu dem Ergebnis gekommen, dass Gesundheit und Familie das wichtigste in ihrem Leben sei. Auch genannt wurde Liebe, Mut, Reisen, Mutter. Gemeinsam einigten wir uns darauf über darüber zu philosophieren, was Familie eigentlich ist und fanden Stichworte wie Kraft, (Selbst)vertrauen, Unterstützung, Liebe, Trost, Respekt, Verantwortung, Liebe… und philosophierten weiter über diese. Auch der zweite Workshop ergab eine spannende Bandbreite an Gedanken zum Ich: Von einfacheren Merkmalen des Ichs wie Name, Alter, Herkunft, Beruf, Status, über Beziehungen in Familie und mit Freunden und (Selbst)vertrauen bis hin zu der Überlegung, was einen guten Charakter auszeichnet (Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit…) und zu Hoffnung, Träumen und Glauben, die die Kraft geben Ziele zu erreichen.

Die philosophische Gesprächsleitung

 „… vertieft das Gespräch durch Nachfragen, gibt Denkanstöße und motiviert, genau hinzusehen, bewusst zuzuhören und öfter nachzufragen.“  Diese Beschreibung klingt auf das erste Lesen sehr viel leichter als es ist. Vor allem wenn von keinem der Teilnehmer Deutsch die Muttersprache ist. Ich war beeindruckt von der Leichtigkeit, mit der Julia den Überblick behielt, Impulsfragen so stellte, dass Gedanken weiter entwickelt wurden und neue Perspektiven entstanden. So warf sie beispielsweise, als wir bei dem Thema Respekt angelangt waren, die Frage auf, ob man seinen Lehrer auf die gleiche Weise respektiert wie seinen Vater. Nachdem die Schüler über diese Frage nachgesinnt hatten, fiel ihnen auf, dass einige der Werte, die wir in Bezug auf die Familie gesammelt hatten, auch für andere Lebensbereiche gültig sind.

Weiter vorne im Flyer heißt es außerdem: „Die Gesprächsleitung schafft die Bedingungen dafür, dass den verschiedenen Ansichten mit Respekt und Wertschätzung begegnet werden kann.“ Zu dem einfühlsamen, aufmerksamen Umgang mit den Teilnehmern fallen mir zwei einprägsame Beispiele ein. Zum einen führten wir zu Beginn des zweiten Workshops als Einstieg eine Übung durch, bei der jeder drei Fähigkeiten und Talente aufschrieben sollte, die er sowohl charakterlich als auch im schulischen Bereich an sich findet. Einer der Jungen saß unmotiviert da und schrieb Nichts auf. Als Julia ihn fragte, warum das so sei, meinte er: „Ich kann nichts wirklich gut.“ Daraufhin nahm Julia ihn zur Seite und stellte ihm während der restlichen Übung Fragen, die ihm halfen nun doch ein paar Punkte aufschreiben zu können. Das zweite Beispiel war ein Kompliment, das die dortige Lehrerin, die ebenfalls am Workshop teilnahm, Julia zusprach. In der Gruppe war ein Junge, der sehr unruhig war und hin und wieder unangemessene Beiträge brachte. Die Lehrerin meinte zu Julia, dass es schön sei, wie sie den Jungen in seiner Art annahm und ihm Raum gab, er selbst zu sein und gleichzeitig seinen Fokus auf das Gespräch lenkte.

 

Ein Gespräch als Ort der Begegnung

„Der Wertedialog kann als Ort verstanden werden, an dem sich die Menschen kennen lernen – sich selbst und ihr Gegenüber. Hier gibt es die Möglichkeit, eigene Haltungen und Standpunkte zu prüfen, Gedanken laut zu formulieren, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.“ Das das philosophische Gespräch ein Ort ist, an dem sich die Teilnehmenden besser kennen lernen wird vielfach bestätigt, auch hier wieder. In der Abschlussrunde, meinten die Lehrer, dass sie an ihren Schülern neue Seiten entdeckt hätten und auch die Schüler ließen verlauten, dass es interessant war, die Perspektiven der Anderen zu sehen und sie nun besser verstehen könnten, wie der jeweils andere tickt. Ein Beispiel hierfür ergab sich aus der Frage nach Respekt. Eine Schülerin erklärte, dass sie Andere erst dann respektiert, wenn sie ihr mit Respekt begegnen, wird sie nicht respektiert, respektiert sie auch niemanden. Die Meinungen darüber waren gespalten: Muss mich der Andere wirklich zuerst respektieren? Allerdings erklärt die Sichtweise der Schülerin ihr Verhalten und macht es den Anderen eventuell leichter sich auf sie einzulassen.

Wenn das philosophische Gespräch ein Ort der Begegnung ist, dann muss auch Raum für persönliche Erfahrungen sein. Im Flyer heißt es: „Lebenswelt, Erfahrungen und Sichtweisen der Teilnehmenden geben den Anlass zum Gespräch und bieten Raum für die großen Fragen an die Gemeinschaft und an das Leben.“ Für diese Erfahrung gibt es zahlreiche Beispiele, aber eine ist mir besonders ans Herz gegangen. Ein Junge meinte, dass er niemandem mehr vertraut. Er erklärte, das dem so sei, weil seit er in Deutschland ist, alle immer gesagt hätten: Vertrau uns! Mach dieses und jenes. Vertrau uns, wir holen deine Familie her. Allerdings hat er mit dem Vertrau-uns der Behörden nur schlechte Erfahrungen gemacht. Er nannte uns auch ähnliche Beispiele aus seinem Privatleben. Das Fazit seiner Erlebnisse war also, dass Vertrauen etwas schlechtes ist. Im weiteren Gesprächsverlauf ergab sich jedoch noch eine andere Perspektive. Die die Teilnehmenden stellten fest, dass Vertrauen wichtig ist für den Umgang miteinander und für das Leben. Außerdem bemerkte jemand, dass der Junge ja doch ein Stück Vertrauen in die Anderen Gruppenmitglieder haben müsse, da er sonst gar nichts von sich erzählen würde.

 

Ich als Praktikantin

Am Ende meines Praktikums kann ich festhalten: Die Akademie hält alles was sie in Flyern und auf der Homepage verspricht. Sowohl in Bezug auf das Werte.Dialog.Integration Projekts, als auch bei der philosophischen Berufsorientierung, als auch bei den Fortbildungen. Und selbstverständlich auch hinsichtlich des Praktikums. Ich hatte Gelegenheit in allen Bereichen der Akademie mitzuarbeiten – Fortbildungsorganisation, Workshopkonzeption, philosophische Berufsorientierung, Öffentlichkeitsarbeit… – und durfte an Fortbildungen und Workshops teilnehmen.

 

Vielen Dank für diesen Beitrag an Theresa Kern – und alles Gute für deinen weiteren Lebensweg!

Veranstaltungen

“Philosophieren in Kindergarten und Schule”
Modul 4 der Zusatzausbildung in Baden-Württemberg

Diese Zusatzausbildung “Philosophieren in Kindergarten und Schule” richtet sich ausschließlich an Lehrer*innen und andere pädagogische Fachkräfte aus Baden-Württemberg und fokussiert die Lebenswelten Kindergarten, Grundschule und 5.- 6. Klasse. Methodisch-didaktisch geht es um zeitliche, räumliche und rituelle Voraussetzungen, Merkmale und Besonderheiten eines philosophischen Gesprächs, verschiedene Techniken der Gesprächsführung und die Grundhaltungen der Gesprächsleitung.

 

Modul 4: “Was ist wertvoll?” – Werte und Bildung

Thema: Im Workshop setzen wir uns mit persönlichen wie beruflichen Werten auseinander.
“Welche Werte haben wir, welchen Werten folgen wir?”, “Sind Werte verhandelbar?”, “Wie entstehen Werte?”,
“Was bedeutet Erziehung gegenüber Bildung?”

Methodik und Praxis: Die Gesprächsleitung als gleichberechtigter Gesprächspartner – wir sind auf der letzten Stufe der Ausbildung angekommen. Im Zentrum der zwei Tage stehen aber die Seminar-Teilnehmer/innen und ihre eigenen Abschlusseinheiten, die im Rahmen der Zertifizierung vorbereitet wurden.

Aufgrund der Förderung durch die Karl Schlecht Stiftung ist die Buchung der Module 1 bis 4 Voraussetzung.

Kursgebühr: 40,00€ (inkl. Vor- und Nachmittagsverpflegung sowie Tagungsgetränke)

Anmeldung: bei Prisca Wunderlich unter 089 – 44108 520 oder per E-Mail.

 

Im Zusammenhang mit Ihrer Teilnahme an unseren Fortbildungsveranstaltungen erfassen und verarbeiten wir personenbezogene Daten. Alle Informationen dazu haben wir für Sie in übersichtlicher Weise in einer Datenschutzerklärung für Fortbildungsteilnehmer zusammengefasst. Mit der Anmeldung zu einer Fortbildung erklären Sie Ihr Einverständnis mit der Datenschutzerklärung.

“Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog”
Modul 4 der Zusatzausbildung

In dieser Zusatzausbildung mit dem Schwerpunkt „Werte im interkulturellen Dialog“ stehen persönliche Erfahrungen und Prägungen, Vorurteile und die Herkunft im Mittelpunkt des philosophischen Dialogs. Wie geht Zusammenleben in einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich gegenseitig als „Fremde“ bezeichnen? Wer bringt was mit, bzw. was bringen wir ein? Im Zentrum stehen Fragen wie: Woher kommst du? Weiß ich, woher ich komme? Wie verständigt man sich ohne eine gemeinsame Sprache? Was ist mir wichtig – und was ist dir wichtig?

 

4. Modul: “Was ist wirklich wichtig?” – Werte im Dialog

Thema: Werte im Dialog. Was ist wirklich wichtig? Welchen Werten folgen wir? Sind Werte verhandelbar? Wie kommen wir zu unseren Werten? Entwicklung von Wertvorstellungen und Chancen kultureller Vielfalt.

Methodik und Praxis: Die Gesprächsleitung als gleichberechtigter Gesprächspartner – die letzte Stufe der Ausbildung. Möglichkeiten und Chancen der Philosophischen Gesprächsführung werden speziell für den Wertedialog beleuchtet. Im Zentrum stehen die Abschlusseinheiten, die im Rahmen der Zertifizierung vorbereitet wurden.

Kursgebühr: 130,00€ (inkl. Vor- und Nachmittagsverpflegung sowie Tagungsgetränke)

Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn Sie bereits die Module 1 – 3 besucht haben.

Förderung: Die Zusatzausbildung findet als Teil des Wertebündnis Bayern-Projekts „Zukunft im Dialog—Werte für ein neues WIR“ statt und wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU kofinanziert.

Anmeldung:  bei Prisca Wunderlich unter 089–44108 520 oder per E-Mail

 

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“Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog”
Modul 3 der Zusatzausbildung

In dieser Zusatzausbildung mit dem Schwerpunkt „Interkulturalität und Wertedialog“ stehen persönliche Erfahrungen und Prägungen, Vorurteile und die Herkunft im Mittelpunkt des philosophischen Dialogs. Wie geht Zusammenleben in einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich gegenseitig als „Fremde“ bezeichnen? Wer bringt was mit, bzw. was bringen wir ein? Im Zentrum stehen Fragen wie: Woher kommst du? Weiß ich, woher ich komme? Wie verständigt man sich ohne eine gemeinsame Sprache? Was ist mir wichtig – und was ist dir wichtig?

 

Modul 3: Wie geht “wir”? – Gesellschaft und Zusammen-Leben

Thema: Die zu gestaltende Wirklichkeit unserer Gesellschaft, Diversität als Lebensprinzip.
“Was heißt ‚Leben‘?”, Wie geht ‚gutes‘ Zusammenleben?”, “Wozu brauchen Menschen Religion?”, “Was ist der Sinn des Lebens?”, “Was trägt unsere Gesellschaft?”

Methodik und Praxis: Diesmal geht es ums Philosophieren selbst: was tun wir da genau? Wo kann Philosophieren hilfreich sein? Vorgestellt werden Fragetechniken, die Gespräche in die Tiefe führen, Aussagen differenzieren und Verständnis für Sprache und Bedeutung schulen.

Kursgebühr: 130,00€ (inkl. Vor- und Nachmittagsverpflegung sowie Tagungsgetränke)

Eine Anmeldung ist nur für die gesamte Reihe 1 bis 4 möglich, Einzelmodule können nicht gebucht werden.

Anmeldung:  bei Prisca Wunderlich unter 089 – 44108 520 oder per E-Mail.

 

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“Philosophieren in Kindergarten und Schule”
Modul 4 der Zusatzausbildung

Die Zusatzausbildung “Philosophieren in Kindergarten und Schule” richtet sich an Lehrer*innen und andere pädagogische Fachkräfte und ist insbesondere auf die Lebenswelten Kindergarten, Grundschule und 5.- 6. Klasse ausgerichtet. Methodisch-didaktisch fokussiert sie zeitliche, räumliche und rituelle Voraussetzungen, Merkmale und Besonderheiten eines philosophischen Gesprächs, verschiedene Techniken der Gesprächsführung und die Grundhaltungen der Gesprächsleitung.

 

Modul 4: “Was ist wertvoll?” – Werte und Bildung

Thema: Im Workshop setzen wir uns mit persönlichen wie beruflichen Werten auseinander.
Welche Werte haben wir, welchen Werten folgen wir?”, “Sind Werte verhandelbar?”, “Wie entstehen sie?”,
“Was bedeutet Erziehung gegenüber Bildung?”

Methodik und Praxis: Die Gesprächsleitung als gleichberechtigter Gesprächspartner – wir sind auf der letzten Stufe der Ausbildung angekommen. Im Zentrum der zwei Tage stehen aber die Seminar-Teilnehmer/innen und ihre eigenen Abschlusseinheiten, die im Rahmen der Zertifizierung vorbereitet wurden.

Kursgebühr: 240,00€ (inkl. Vor- und Nachmittagsverpflegung sowie Tagungsgetränke)

Anmeldung: bei Prisca Wunderlich unter 089 – 44108 520 oder per E-Mail.

Veranstaltungsnummer bei FIBS: (Anmeldung für Lehrkräfte zur Unterrichtsbefreiung)

 

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“Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog”
Modul 2 der Zusatzausbildung

In dieser Zusatzausbildung mit dem Schwerpunkt „Interkulturalität und Wertedialog“ stehen persönliche Erfahrungen und Prägungen, Vorurteile und die Herkunft im Mittelpunkt des philosophischen Dialogs. Wie geht Zusammenleben in einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich gegenseitig als „Fremde“ bezeichnen? Wer bringt was mit, bzw. was bringen wir ein? Im Zentrum stehen Fragen wie: Woher kommst du? Weiß ich, woher ich komme? Wie verständigt man sich ohne eine gemeinsame Sprache? Was ist mir wichtig – und was ist dir wichtig?

 

Modul 2: “Was heißt “anders”?” – Begegnung und Kommunikation

Thema: Wie begegnen wir uns? Wie bilden sich  Vorurteile – was bewirken sie? Wie gehen wir mit Konflikten um? Ab wann fühle ich mich nicht mehr fremd? Was heißt ‚anders sein‘?  Wo hört (meine) Toleranz auf? Wie geht Respekt?

Methodik und Praxis: Im zweiten Modul steht die philosophische Haltung im Fokus. Welche Grundhaltungen bringt das Philosophieren mit sich, welche setzt es voraus? Wie verhalte ich mich als Gesprächsleitung zu meiner Gruppe? Ein erster Erfahrungsaustausch bietet die Möglichkeit, sich Tipps und Anregungen für die Umsetzung in der Praxis zu holen.

Kursgebühren: 130,00 € (inkl. Vor- und Nachmittagsverpflegung sowie Tagungsgetränke)

Eine Anmeldung ist nur für die gesamte Reihe (Module 1 bis 4) möglich, Einzelmodule können nicht gebucht werden.

Anmeldung: bei Prisca Wunderlich unter 089 – 44108 520 oder per E-Mail.

 

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