Mittelschüler*innen stehen ungeordnet zusammen und einige von ihnen melden sich

Fragen über Fragen | ein Special

Philosophieren in der Mittel- und Förderschule

mit Melanie Wellenhöfer und Petra Wölfinger

Bei unserer letzten online-Stunde „Fragen über Fragen“ ging es um das Philosophieren unter herausfordernden Umständen wie Unruhe, zu große Gruppen, Konzentrationsschwierigkeiten oder kein Interesse. Was tun, lautete die Frage, wenn Philosophieren nicht „einfach läuft“?

Du konntest nicht dabei sein? Die kostenlose Fragestunde zum Philosophieren in der Mittel- und Förderschule wiederholen wir im Herbst! Sobald er feststeht, findest Du den Termin auf unserer Veranstaltungsseite.

Die Fragen der Teilnehmenden und ein paar Antworten von unseren Fachleuten findet Ihr hier:

Wie erhalte ich die Konzentration aufrecht?

  • Uhrzeit beachten: Nachmittags ist nicht immer die beste Zeit zum Philosophieren
  • Beziehungsebene berücksichtigen: Wie oft wird philosophiert? Kennt man die Gruppe gut, sieht man sie nur selten?
  • Was brauchen die Kinder/Jugendlichen? – die Frage sollte an die Gruppe gestellt werden
  • Wahrnehmen, nachfragen, auch: „Wie wär’s mit… (z.B. einer Pause) … – würde Euch das helfen?“
  • Bogen zum Philosophieren schlagen: „Was würdet Ihr jetzt lieber tun? Fußballspielen? Warum würde Euch das besser gefallen? Wie fühlt sich das Gefühl an? Kann Nachdenken auch solche Gefühle erzeugen? Wann? Welche Fragen interessieren Euch fast so sehr wie Fußballspielen? Wo erleben wir Leidenschaft/Spaß/Kraft/Bewegung?“
  • Auflockerungsübungen oder Live-Kinetik einschieben
  • Übungen aus der Theaterpädagogik und Improvisation einfließen lassen
  • In Bewegung philosophieren: eine Frage – ein Schritt, eine Antwort – ein Schritt o.Ä.
  • Wahrnehmungsübungen aus der Achtsamkeit, auch in Bewegung
  • Kleine Pause
  • Nüsse, Äpfel, Wasser

Wie kann ich mich mit Kindern auf Begrifflichkeiten einigen?

  • Bilderbuch als Hinführung (Bsp. „Mutig, mutig“ – Was ist Mut?)
  • Wie wichtig ist es, sich auf einen Begriff zu einigen? Oder wann ist es wichtig?
  • Aussagen wie „Da weiß ich nix…“ entgegnen: „Und was wäre, wenn Du es wissen würdest?“ (nimmt Druck raus & zeigt Neugierde und Interesse)

Wie können Sprachbarrieren umgangen werden?

  • Vielheit der Deutungsmöglichkeiten entstehen und stehen lassen
  • Nach Möglichkeit aber Zusammenhänge aufzeigen
  • „Nicht-immer-sprechen-müssen“ zulassen, Stille aushalten
  • Begriffe oder Gefühle zeichnen, statt sprechen
  • Translater bei Jugendlichen einsetzen
  • Am Ende Notiz-Zettel schreiben, auf denen das Wichtigste für einen selbst notiert oder gezeichnet wird (für die eigene Hosentasche)

Wie kann ich Kinder methodisch mit einbeziehen, wenn sie sich sprachlich nicht flüssig ausdrücken können?

  • Nachfragen: „Hab ich Dich richtig verstanden: …?“
  • Paraphrasieren und spiegeln
  • „Stärkere“ mit „Schwächeren“ zusammen in kleineren (Murmel-)Gruppen aufeinandertreffen lassen
  • Stimme hören & klingen lassen
  • Mit Sprache und Sprechen spielen lassen
  • Lautmalereien oder Geräusche erfinden, die signalisieren: Ich habe nicht verstanden, Etwas langsamer bitte, Ich habe eine Frage an Dich, Bitte eine andere Frage etc. …
  • Wörter gemeinsam sprechen, melodisch mit Sprache arbeiten
  • Haltung der philosophischen Moderation bei Jüngeren oder Kindern mit niedrigem Sprachniveau: „Die sind sprachlich noch nicht festgelegt, das ist wunderbar!“ und z.B. Gedankenexperiment anregen wie: „Stellt Euch vor, es gäbe noch keine Wörter, keine Sprache, wie würden wir uns ausdrücken?“ -> Lieder, Standbilder, Sketche, Farben, Masken, Grimassen …

50% sind interessiert, 50% toben – was tun?

  • Was brauchen die Tobenden?
  • Körperlich werden, in den Körper kommen
  • Gemeinsam Regeln erarbeiten
  • Bedürfnis nach „ihren“ philosophischen Fragen erforschen
  • Kleine(re) Gruppen
  • Innere Dynamiken „aufbrechen“ und Grüppchenbildung verhindern, z.B. mithilfe von Spielen oder Auslosungen, die eine zufällige Sitzordnung ergeben

Wie kann ich gut einen Abschluss moderieren? Auch, wenn das Gespräch eigentlich noch nicht beendet ist?

  • Signalisieren: die Zeit läuft langsam ab (Sanduhr)
  • Mitschreiben, was noch offen ist, für nächstes Mal – nichts Wertvolles verlieren/verloren geben
  • Haltung: „Denken hört nie auf“ – alle notieren, was ihnen „noch“ wichtig ist

 

Wir freuen uns über Eure Kommentare und auch über weitere Tipps!

 

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