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New Work, Stress und die Frage: Was tue ich hier eigentlich!?

Der erste WerteDialog.Zukunft hat über 25 Menschen aus dem Wertebündnis-Kontext und darüber hinaus zu einem gemeinsamen philosophischen Abend zusammengeführt. Thema des ersten WerteDialog.Zukunft: „New Work und Stressmanagement“. Den Impuls für den gemeinsamen WerteDialog gab Silke Wolf mit ihrem Kurzvortrag „Ménage-à-trois: Wie der Bestseller ‚Eine kurze Geschichte der Menschheit‘, New Work und Agilität zueinander stehen“. Wolf, die Mathematik studiert und viele Jahre als IT-Consultant tätig war, arbeitet heute als Coach und Beraterin u.a. für Menschen, die sich nach Burnout-Phasen neu orientieren.

Sinnsuche gegen Burnout

Kern des Vortrags war die Vorstellung des NLP-Modells, also der hierarchisch gegliederten Denk-Ebenen nach Robert Dilts, die sich wechselseitig beeinflussen, bspw.: Umwelt, Verhalten, Fähigkeiten, Identität, Zugehörigkeit, Spiritualität (die Frage nach dem Sinn). In Bezug auf die in der Welt der New Work geforderte stete Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit („agility“) und die damit einhergehende Überforderung vieler Menschen, schlug Wolf vor, Dilts‘ Pyramide umzudrehen: Die erste Frage, die man stellen sollte, sei die Frage nach dem Sinn! Sie erklärte, dass Menschen, die in einen Burnout geraten, nicht selten zuletzt über den Sinn ihrer Arbeit nachdenken. Irgendwann aber käme die Frage auf: „Was tue ich hier eigentlich?!“ – eine Tatsache, die das innere Ausbrennen befeuern und zum persönlichen Zusammenbruch führen könne. Insbesondere dann, wenn es um Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt gehe und „agility“ gefordert sei, sei es hilfreich, beim Sinn zu beginnen. Erst dann solle man z.B. nach den persönlichen Fähigkeiten oder dem Arbeitswelt-Kontext fragen. Anstelle eines reaktiven Verhaltens sei in Zeiten der Veränderung also ein proaktives Agieren gefragt. Dazu gehörten „Veränderungskompetenzen“, die u.a. die Bereitschaft zur Mitgestaltung und die Lust am Umdenken voraussetzen. In diesem Zusammenhang fiel der Begriff eines „agilen“, also beweglichen und veränderbaren, Wertesystems. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern provozierte dieser Begriff die Frage, ob denn ein solches erstrebenswert sei. Dieser Fragestellung wurde im philosophischen Wertedialog nachgegangen.

Ist ein „agiles“ Wertesystem erstrebenswert?

Das Wort „agil“ stammt aus der Programmier-Welt. Es beschreibt die Anpassungsfähigkeit von Systemen, die deren Überleben sichert. Im normalen Sprachgebrauch beschreibt es jemanden, der trotz hohen Alters noch beweglich ist. Aber: Gibt es ein agiles Wertesystem? Oder ist das ein Widerspruch in sich? Und wenn ja, ist dieses wirklich erstrebenswert?

Weitere Fragestellungen, die aus dem Publikum in Reaktion auf Wolfs Impulsvortrag kamen:

Inwieweit sind Menschen selbstbestimmt?

Wieso machen Veränderungen Angst?

Brauchen wir für agiles Handeln nicht eine andere Fehlerkultur?

Ist der Mensch ein Algorithmus?

Muss ich mich ändern oder bin ich ok und die Umwelt muss sich ändern?

Was machen wir, wenn es nichts mehr zu optimieren gibt?

Der Abend fand einen bewegten Ausklang am Buffett. An den vielen Gesprächen, die sich hier entspannen, war zu spüren, dass das Thema und der Vortrag von Silke Wolf viel Stoff zum Austausch bot.

 

Der nächste WerteDialog.Zukunft findet nach den Sommerferien statt. Die Wertebündnispartner sind eingeladen, ihre Anregungen oder Vorschläge für Impulsgeber (möglichst bis Ende Juni) an stiftung@wertebuendnis-bayern.de zu schicken.

Die nächste Zusatzausbildung „Philosophieren über Werte im interkulturellen Dialog“ startet am 11. und 12. Juli in Bamberg.

Wertedialog „Gemeinschaft“

Die Akademie Kinder philosophieren ist Gründungsmitglied des Wertebündnis Bayern und engagiert sich dort seit Jahren für die Wertebildung von Kindern und Jugendlichen. Akademieleiter Christophe Rude ist Mitglied des Sprecherrats .

Wertedialog:BegriffeWerte im Dialog: Philosophieren im Wertebündnis

Die Mitglieder des Wertebündnis wollen sich vertieft mit gesellschaftlichen und kulturellen Werten auseinander setzen. Gemeinsam mit dem Sprecherrat und der Stiftung Wertebündnis haben wir deshalb die Veranstaltungsreihe „Werte im Dialog“ entwickelt, eine Reihe philosophischer Abendgespräche mit Themen wie Vielfalt, Zufriedenheit, Heimat, Kreativität oder – aktuell – der Wert der Gemeinschaft.

Aktueller Wertedialog zum Thema Gemeinschaft

Gastgeber für die Wertedialoge sind verschiedene Wertebündnispartner, die jeweils für die Rahmengestaltung des Abends sorgen. Zuletzt waren wir zu Gast in der Haeusler-Villa der Kester-Haeusler-Stiftung in Fürstenfeldbruck. Das Thema lautete „Gemeinschaft – gefühlter oder gelebter Wert?“. Aus dem Einstiegsspiel entwickelten die Teilnehmer ihre philosophischen Fragen, ihre Wahl fiel schließlich auf die Leitfrage: „Muss ich mich einem Regelwerk unterordnen?“. Neben der philosophischen Auseinandersetzung mit Wertebegriffen dienen diese Abende auch dem Austausch und der Vernetzung der Partner, die übrigens Freunde oder Interessierte mitbringen können.

 

Wertedialog in der Bayerischen Philharmonie

Die Akademie Kinder philosophieren ist Gründungsmitglied des Wertebündnis Bayern und engagiert sich dort seit Jahren für die Wertebildung von Kindern und Jugendlichen. Gemeinsam mit der Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks war die Akademie beispielsweise Trägerin des Wertebündnis-Projekts HörensWert und unterstützt aktuell auch als Projektpartnerin der Kulturcamps für Jugendliche „Kultur-Werte erleben“ Schülerinnen und Schüler dabei, Werte zu reflektieren, die sie in Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur für sich entdecken und verstehen möchten. Akademieleiter Christophe Rude ist zudem Mitglied des Sprecherrats des Wertebündnis Bayern.

Wertedialog:BegriffeWerte im Dialog: Philosophieren im Wertebündnis

Damit allerdings nicht nur Kinder und Jugendliche von der Arbeit des Wertebündnis profitieren, sondern auch Mitglieder und Mitarbeiter von Wertebündnispartner zur Auseinandersetzung mit Werten angeregt werden, hat die Akademie gemeinsam mit dem Sprecherrat und der Stiftung Wertebündnis die Veranstaltungsreihe „Werte im Dialog“ entwickelt. Die philosophischen Abendgespräche widmen sich Themen wie Vielfalt, Zufriedenheit, Heimat, Kreativität oder dem Wert der Arbeit, und bieten neben geistiger Nahrung immer auch kulinarische Genüsse.

Aktueller Wertedialog zum Thema Kreativität

Erstmalig fand am 28. Juni ein Wertedialog in der Geschäftsstelle der Bayerischen Philharmonie statt. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Kreise der Wertebündnispartner hatten sich im Probenraum der Philharmonie eingefunden, um philosophierend das Thema Kreativität (oder: wie aus Nichts etwas entsteht…) in den Blick zu nehmen. Die Einstimmung auf das Thema war (sicherlich dem Ort geschuldet) eine musikalische. Das Wertebündnis wurde unter Anleitung von Intendant und Chefdirigent Mark Mast zu einem eigenen „Klangkörper“ und intonierte erst zaghaft, dann mit mehr Selbstvertrauen und schließlich stimmgewaltig den Eichendorffschen Kanon „Schläft ein Lied in allen Dingen“. Das Erleben und Wieder-Entdecken der eigenen Stimme inspirierte die Teilnehmer dann zur Frage: „Was bedeutet das Kreative für das Mensch-Sein?“, die anschließend philosophiert wurde – angeleitet von Sinan von Stietencron, Trainer der Akademie Kinder philosophieren. Am Ende des etwa einstündigen Dialogs standen eine Vielzahl gemeinsamer und individueller Erkenntnisse – und ganz konkrete Ideen für die Ausgestaltung eines neuen Artikels für das Grundgesetz zum Grundrecht auf Kreativität.

Wir freuen uns auf den nächsten Wertedialog, der im November beim Montessori Landesverband Bayern stattfinden wird.